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RIPLetzte Woche, so kommt es mir vor, war wieder einmal eine furchtbare Woche. Eine furchtbare Woche, in der wieder einmal viel über tote Babies berichtet wurde: Ein Baby wurde in einer Tiefkühltruhe gefunden, zwei wurden auf einem Dachboden gefunden, neulich welche in einem Schließfach und eines in einer Babyklappe. Es ist schrecklich – es ist kaum auszuhalten. Welch’ unfassbares Leid eines so unfassbar jungen Lebens. Muss man sich fragen, welch unfassbarem Leid die Mütter, die diese Taten ausgeführt haben, erlitten um zu so einer Handlung fähig zu sein? Ich denke ja. Aber ich muss gleichermassen fragen, was sie dazu bewogen hat, in einem solchen Land wie Deutschland so weit zu gehen. Es gibt unzählige Hilfsangebote für Schwangere, die nicht schwanger sein wollen. Wenn sie ihr Kind zur Welt bringen und behalten wollen, können sie auf mannigfaltige Unterstützung zählen. Wenn sie es zur Adoption freigegen, gibt es in diesem Land drei verschiedene Verfahren zwischen denen sie sich entscheiden können – und die in Teilen sicher stellen, dass sie in Zukunft Kontakt zum Kind haben können, wenn sie es wollen. Und es gibt unfassbar viele, die einen unerfüllten Kinderwunsch haben und nur zu gerne einen kleinen Menschen voller Liebe willkommen heißen würden. Ist das nicht ein gangbarer Weg; ein viel gangbarer (und auch christlicherer) als sein Baby zu töten?!

Ich habe lange überlegt, ob ich mich überhaupt an einen solchen Blogbeitrag wagen soll. Ich habe abgewogen, hatte und habe Sorge, mißverstanden zu werden. Aber irgendwie denke ich, dass wir uns auch dieser traurigen Wahrheit widmen müssen. Im Jahr 2012 wurden in Deutschland 27 Babies getötet – „Kindstötung“ heißt das im Amtsdeutsch.

Als Betroffene kann ich sagen: Ich halte die Nachrichten, dass wieder ein Baby von seiner Mutter umgebracht wurde, weil sie es nicht haben wollte, schlicht kaum aus. Es zerreißt mir das Herz. Ich habe alles dafür getan, ein Kind zu bekommen. Alles. Und es hat nicht geklappt. Und dann muss ich mich damit auseinander setzen und ertragen, dass andere schwanger werden und schließlich ihr Baby töten – weil sie es weder haben noch abgeben wollen. Ich spreche hier nicht von Egoismus – oder doch. Ich spreche im Gedenken an all’ die toten Babies davon, dass hier unfassbares Leid ist, das mich verstummen lässt.
R.I.P.

 

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Kindersehnsucht – Kinderwunsch – München