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FullSizeRender-7Im Bundestag steht diese Woche einmal mehr die medizinische Versorgung von uns Menschen, v.a. in ländlichen Regionen, auf der Agenda. Healthcare ist ein Schlagwort dabei. Ich nehme die Bemühungen für eine flächendeckende, verlässliche Versorgung mit (Fach-)Ärzten zur Kenntnis. Dennoch ist es so, dass Healthcare aus zwei Wörtern besteht: ‚Health‘ für Gesundheit und ‚Care‘ für Achtsamkeit und Fürsorge. Mir ist vollkommen klar, dass an einer medizinischen Versorgung durch (Fach-)Ärzte und Kliniken überhaupt kein Weg vorbei führt und bin froh über das Engagement, das hier unternommen wird.

Wo ich jedoch viel zu wenig Engagement wahrnehme ist im Bereich der psychischen Gesundheit. Ich spreche immer wieder mit Menschen, die selbst in für sie akuten Situationen keine psychische Unterstützung bekommen. Sprechstunden beim einem Psychologen oder Therapeuten: Ja, freie Slots demnächst oder in ein paar Wochen. Einen Platz in einer, über die Kassen finanzierten, (psychosomatischen) Klinik: Ja, in ein paar Monaten. Für die ganz akuten Fälle haben wir Kriseninterventionsteams in Deutschland, die helfen. Aber ich meine, die (emotionale) Schwelle diese Teams in Anspruch zu nehmen, ist häufig doch recht hoch. Was aber bieten wir den Menschen, deren Tag heute grau bis dunkelgrau bis schwarz ist, die sich einsam fühlen, alleine sind und gerade nicht mehr in der Lage sind, sich selbst am eigene Schopf aus der Schwere zu ziehen… die mit der Melancholie kämpfen aber diagnostisch gesehen vielleicht (noch) nicht depressiv sind?

Wie kann es sein, dass wir die psychische Gesundheit in Deutschland so oft hintanstellen? Wer schon mal gehört hat, dass es nur „psychosomatische“ Beschwerden sind, weiss, was ich meine. Nur psychosomatisch? Häufig wird das nicht oder viel zu wenig ernst genommen. Viele, denen gesagt wird, ihre Beschwerden seien „nur psychosomatisch“, fühlen sich unverstanden und haben das Gefühl, dass es „nichts ernstes“ ist – oder sie selbst nicht ernst genommen werden.
Kann das sein, dass wir in unserem Wohlfahrtsland die Seele eines Menschen geringer schätzen als seinen Körper?!? Mich macht das immer wieder auf’s Neue fassungslos und ich frage mich, ob es wirklich sein kann, dass wir hier zu wenig anbieten?! Kann es sein, dass wir dem nichts entgegen zu setzen haben?!

Ich kann als Coach nur bedingt für diese Menschen da sein. Ja, ich kann nicht über die Kassen abrechnen (auch wenn ich das ein Stück weit bedauere) sondern stelle private Rechnungen. Viele finden das gut, weil somit auch keine Vermerke in ihren „Akten“ bei den Kassen sind. Mir ist aber auch klar, dass sich nicht jeder private Unterstützung durch einen Coach ohne Weiteres leisten kann. Dennoch ist das der Weg, auf dem ich Unterstützung anbieten kann. Denn: Diejenigen, die solch graue Tage erleben (und ja, das passiert immer wieder während eines (unerfüllten) Kinderwunsches;  v.a. wenn reproduktionsmedizinische Unterstützung nicht den ersehnten Erfolg zeigt) wissen, dass es eben genau solche Tage gibt und man dann jemanden braucht, der sofort und ohne großen Aufwand unterstützt.

Deshalb habe ich es mir zur Regel gemacht, in kritischen Situationen die Dinge in die Hand zu nehmen und zackig Unterstützung zu leisten: Ob von Angesicht zu Angesicht im Büro, via Skype oder Telefon. Ich finde, wir müssen für diejenigen Menschen dann da sein, wenn sie unsere Hilfe benötigen… und nicht erst, wenn es uns „passt“.
Für mich als Coach bedeutet Healthcare, dass wir, die wir Unterstützung an eben solchen grauen Tagen bieten können, einen „Caring“-Auftrag, einen Fürsorge-Auftrag haben. Care – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich nehme den Auftrag ernst; sehr ernst.

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Kinderwunsch –  Coaching – Kindersehnsucht – Coach – München