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Wer bist Du?
Gestatten, mein Name ist Helge! Ich wohne mit meiner Frau Rieke (31 Jahre) in einer kleinen Stadt im Norden Deutschlands, arbeite im Live-Marketing, studiere nebenher und kann es immer kaum erwarten, mit dem Bulli zum Kiten nach Dänemark zu fahren. Mit meinen 30 Jahren fühle ich mich noch jung, habe aber beruflich schon viele Erfahrungen gesammelt und stehe mit beiden Beinen mitten im Leben.
Wie ist Deine Geschichte des Kinderwunsches?
Schon als Kind war der Lebensentwurf unumstößlich mit eigenen Kindern verbunden. Vor mittlerweile fünf Jahren begann dann der Wunsch nach eigenen Kindern konkrete Formen anzunehmen. Doch schon direkt mit dem Absetzen der Verhütungsmittel wurde bei Rieke der Verschluss eines, vermutlich sogar beider Eileiter diagnostiziert. Zuerst habe ich mich von den schlechten Nachrichten nicht beeindrucken lassen, aber die Sorge meiner Frau ist dann doch auch auf mich übergesprungen. Bis ich aber wirklich Handlungsbedarf gesehen habe, ist ein ganzes Jahr vergangen. Im Nachhinein ist es mir fast unangenehm, dass ich stur jegliches Problem negiert habe. Meiner Frau bin ich aber dankbar, dass sie mir die Zeit gelassen hat. Ich konnte in meinem eigenen Tempo diese emotionale Kurve nehmen – von einer heilen Welt, zu dem Eingeständnis, dass wir nicht ohne Hilfe Kinder bekommen werden.
Wir suchten uns eine Kinderwunsch-Klinik, absolvierten die Bluttests, lassen uns zig PowerPoint-Charts mit Statistiken über Fertilität zeigen und entscheiden uns prompt, dass der klinische Weg vorerst nichts für uns ist. Alleine das Risiko, dass Rieke ihre Eileiter opfern müsste behagt uns gar nicht. Wir zogen vorerst den sanften Weg der heilpraktischen Behandlung vor, ich war ebenfalls dabei, da mein Spermiogramm auch noch Luft nach oben hat. Ein Jahr lang durchlebten wir Entbehrung (gluten-, zucker- und kartoffelfreie Ernährung, später dann nur konsequent pflanzliche Nahrung), zogen aus dem „Verzicht“ neue Kraft und verwandelten uns von ursprünglichen Schoko- und Chipsjunkies zu ernährungsbewussten Stammkunden sämtlicher Biodealer.
Ich bin immer noch erstaunt, was wir in diesem Jahr alles mit vollem Elan mitgemacht haben. Aber: mit Erfolg! Rieke zeigte mir 2013 den ersten positiven Schwangerschaftstest. Dieses Gefühl aus Ungläubigkeit, Erstaunen, unbändiger Freude und Angst vor diesem zerbrechlichen Stück Hoffnung hat mich total überrollt. Wir waren beim Frauenarzt zum Ultraschall und haben Wohnung, Finanzen und unser Leben neu geplant. Leider war unsere Freude verfrüht. Die Eizelle wollte nicht ausreichend wachsen. In der 7. Woche kam es zu einer frühen Frühgeburt auf natürlichem Weg. Wir haben noch heute einen kleinen, gefilzten Engel von meiner Schwägerin vor einem Fenster hängen, der auf den neuen Stern am Himmel Acht gibt.
Es ist nun 2 Jahre her, doch bei diesen Zeilen stellen sich mir immer noch die Haare auf und der Blick verschwimmt. Wir haben intensiv getrauert, Abschied genommen und wieder zu einem hoffnungsvollen Weg gefunden, ein leichter Schatten bleibt aber auf der Seele liegen. Wir unterbrachen immer wieder die heilpraktische Behandlung, ließen uns erneut darauf ein und gaben wieder auf. Im Jahr 2014 musste eine neue Strategie her. Wie gingen nochmal in die Kinderwunsch-Klinik. Rieke musste sich einer Bauchspiegelung unterziehen, behält aber – oh Wunder – ihre Eileiter. Wir starteten also unsere Behandlung. In ein paar Tagen erfahren wir das Ergebnis unserer 2. IUI. Ein bis zwei IUIs werden dann noch folgen, ehe wir auf eine ICSI oder IVF umsteigen werden. Wichtig ist uns aber beiden, dass wir noch dieses Jahr zu einem Abschluss unsere Bemühungen kommen, auch wenn wir damit kinderlos bleiben. Denn wir wollen wieder Leben. Bestimmt geht es auch ohne Kinder, nur halt ganz anders.
Was erlebst Du im Alltag als größte Hürde?
Wir sind immer sehr offen mit unserem Kinderwunsch und den Herausforderungen umgegangen, daher hielten sich die Hürden in Grenzen. Auch die drohenden Kosten werden nun von unserer neuen Krankenkasse zum größten Teil übernommen. Doch nun während der Behandlung setzen uns die terminlichen Schwierigkeiten zu. Rieke muss sich monatlich 3-4 mal während ihrer Arbeitszeiten zur Untersuchungen in die Klinik begeben und sich für diese Zeiten beim Arbeitgeber verleugnen lassen. Denn ein offener Umgang mit dem Arbeitgeber ist aufgrund von eventuell folgender Benachteiligungen nicht möglich.
Ein weiterer Punkt ist für mich die fehlende Präsenz von Männern, mit denen ich mich über den unerfüllten Kinderwunsch und die, zumeist aufs Passive beschränkte Rolle des Mannes austauschen kann. Daher habe ich begonnen, meine Erfahrungen in einem Blog (www.vaterwunsch.de) zu teilen.
Was erlebst Du als Nutzen – obwohl Du einen (unerfüllten) Kinderwunsch hast? Was sind die schönen Seiten?
Wir sind mittlerweile fast das einzige kinderlose Paar in unserem Freundeskreis. Der Vorteil an unserer Situation ist, dass wir spontan sind, auch abends mal länger feiern können und – das ist uns viel wert – Zeit für Reisen und unsere Beziehung haben. Wir können uns Kinder zwischen 6 Monaten und 6 Jahren leihen, eine tolle Zeit verbringen und bevor sie anstrengend werden wieder zurückgeben ;)
Was tust Du, wenn Du einen schlechten Tag hast, um Dir selbst Kraft und Zuversicht zu spenden?
Meine Taktik ist eher, die eigenen Erwartungen zu drosseln. Ich lasse mich lieber positiv überraschen und stelle daher meine Ansprüche zurück. Wenn mir aber auch das zu trostlos wird, sind Sport, gutes Essen oder irgendwas Schönes, was mit Kindern nicht möglich wäre, die Mittel der Wahl.
Hast Du einen Tipp für die Leserinnen und Leser, die auch einen (unerfüllten) Kinderwunsch haben?
Die Beziehung von betroffenen Paaren wird auf eine harte Probe gestellt. Es gilt Enttäuschungen, Höhen und Tiefen, Stress und Gleichgültigkeit, aber vor allem auch Schuldgefühle gemeinsam zu bearbeiten. Für mich ist es enorm wichtig, dass ich mich mit Rieke unterhalte, auch unangenehme Gefühle zulassen kann und wir uns nicht voneinander entfernen.
Warum ist ein Kinderwunsch Coaching aus Deiner Sicht hilfreich? Wobei hat oder würde es Dich unterstützen? Weshalb macht es Sinn?
Der unerfüllte Kinderwunsch offenbart ein Problem, bei dem man sich oft machtlos fühlt. Man kann selber nichts tun, um aus dem Problem eine Herausforderung zu machen. Von einem Coaching würde ich mir wünschen, nicht mehr das Problem in den Mittelpunkt zu rücken, sondern bei dem Finden alternativer Wege unterstützt zu werden. Was ist mir denn sonst noch im Leben wichtig? Wie kann ich auch ohne Kinder glücklich sein? Ein Coaching, wäre für mich hilfreich, um den eigenen Weg im Umgang mit dem Kinderwunsch zu finden.
Danke für Deine/Eure Geschichte, Helge! Euch beiden drücke ich von Herzen die Daumen! Alles Gute – alle Zeit!
Viele fragen sich und/oder mich, was ich als Coach konkret tun kann, um beim Umgang mit dem Kinderwunsch zu unterstützen – wo die Vorteile sind, sich in dieser Lebensphase durch einen Coach unterstützen zu lassen. Zuerst einmal: Ja, ich kann mithelfen, dass es für Euch ganz konkret erlebbar leicht(er) wird. Helge erhofft sich genau das Richtige: Es geht dabei darum, Euch konkret im täglichen Erleben und Umgang (Freunde sind schwanger, der Arbeitgeber, der Stress, die liebe Familie, die Wartezeiten, die Unsicherheit, die Angst, ….) aber auch als Paar individuell zu unterstützen. Es geht aber auch darum, dass Ihr an Euren (gemeinsamen) Lebensträumen und Zielen arbeitet. Denn: Wenn Ihr auch in dieser schwierigen Lebensphase Ihr selbst sein könnt, ist das Aushalten der Sehnsucht leichter… Mehr könnt Ihr hier lesen: http://kindersehnsucht.de/Leistungen/. Meldet Euch bitte gerne! Denn: Ihr seid herzlich eingeladen, meine Unterstützung auszuprobieren!
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