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Ich erlebe es immer und immer wieder – nicht zuletzt an mir selbst – dass viele derjenigen, die gerne ein Kind hätten und ungewollt kinderlos sind, ein anderes Selbstverständnis in Punkto „Familie“ haben als viele Derjenigen, die sich bewusst gegen ein Kind entscheiden oder ihren Kinderwunsch verabschiedet und verarbeitet haben. Diejenigen, die ungewollt kinderlos sind und noch den aktiven Kinderwunsch haben, leben nach meinem Erleben ein anderes Leben als die gewollt kinderlosen Menschen. Viele leben so (und fühlen sich auch so), als wäre das ersehnte Menschlein schon bei Ihnen – ist also schon ein Teil von ihnen als Paar und damit liegt es nahe, dass sie sich als Familie fühlen.

Welche Form der Selbstwahrnehmung der aktiven Kinderwunsch’ler habe ich schon gehört? Nun, solche Sätze wie „das Kind ist ja irgendwie schon da – jedenfalls fühlt es sich so an“ oder „wir richten jetzt schon das Leben so ein, dass ein Kind Platz dafür hat – weil wir uns jetzt schon so fühlen, als wären wir eine Familie“ oder „Was Du denkst, ziehst Du an. Deshalb denken wir uns in das Gefühl des Familie-mit-Kindern-seins hinein“. Ja, es gibt unzählige Herangehensweisen und sie sind sicherlich individuell sehr verschieden – insbesondere dann, wenn der Kinderwunsch noch besteht.
Über das weshalb kann ich nur Vermutungen anstellen – entscheidend ist für mich aber auch eher das Ergebnis.

Diejenigen, die gerne ein Kind willkommen heißen würden, sind oftmals vom Lebensstil eher so aufgestellt wie diejenigen mit Kindern – eben, weil sie sich schon als Familie fühlen und „nur“ noch das Kind in realitas fehlt. Und ich erlebe oft, dass diejenigen, die ungewollt kinderlos sind, sich stark für Familienthemen in unserer Gesellschaft interessieren und sich sogar dafür engagieren. Vielleicht liegt es daran, dass sie am „Kinder haben“ partizipieren wollen – auch wenn sie selbst nicht direkt betroffen sind? Vielleicht liegt es daran, dass die persönlichen Werte eben den Wert Familie hoch ansetzen?

Bei mir ist es genau so: Für mich ist der Wert Familie sehr, sehr wichtig. Und nur, weil ich kein eigenes Kind habe, heißt das für mich nicht, dass mich nicht eben genau diese (politischen) Themen sehr interessieren und ich mich dennoch für Familien in unserem Land einsetze. Weil ich mich mit meinem Mann als Familie fühle – ohne laut Definition eine „eigene Familie“ zu haben.

Kinderwunsch ungewollt kinderlos Familie Coaching

So komme ich jedenfalls zu dem Fazit: Familie ist da, wo Kinder sind – oder von Herzen gerne willkommen wären. Ja, wir sind eine Familie. Eine Familie, die einen engen Verbund aus Ursprungs- und angeheirateter Familie lebt, die Verantwortung füreinander lebt und sich für Familien einsetzt. Und nur, weil wir kein eigenes Kind haben, so sind Kinder dennoch immer herzlich willkommen… die von Freunden und aus der Familie eben. Vielleicht schreibe ich demnächst noch einmal ausführlicher dazu; nun habe ich aber mein allererstes Sketchnote, während ich in einer Sitzung der Familienkommission saß und das Erleben der ungewollt kinderlosen Menschen (und damit auch meine Arbeit als Kinderwunsch Coach) vorgestellt und gleichzeitig dafür plädiert habe, diesen Menschen – politisch  veranlasst – mehr (finanzielle und vielleicht sogar noch wichtiger: psycho-soziale) Unterstützung zukommen zu lassen! Ja, ich setze mich ein und nutze meine Verbindungen, um auf dieses Tabu-Thema und seine Konsequenzen aufmerksam zu machen… damit die Menschen mit Kinderwunsch die Unterstützung bekommen, die sie so sehr verdient haben!

Mehr zu meinem Angebot als Kinderwunsch Coach auf www.kindersehnsucht.de!

PS: Die wunderbare Isa vom Blog Wonderland hat witzigerweise nahezu zeitgleich auch über das Thema „Ohne Kind eine Familie – oder nicht?“ geschrieben. Schaut‘ mal hier. Erst schien es uns, also Isa und mir, als hätten wir verschiedene Meinungen – ausnahmsweise einmal – aber dann fiel mir auf: Sie schreibt über die strukturelle Betrachtung von Kinder-Habenden und Kinderlosen und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Ich hingegen habe in meinem Post die innere Haltung, die inneren Werte und die daraus resultierende Lebensgestaltung beschrieben. Nein, Isa, wir sind nicht weit auseinander… die äusseren Rahmenbedingungen wie die Rente (und auch Smooties :-) haben nichts mit der inneren Haltung und der daraus folgenden Ausgestaltung und Adaption zu tun, die man seinem Leben gibt, wenn es anders kommt als erhofft… ich kann mich mit meinem Mann und in meinem Leben als Familie fühlen, mich auch entscheiden, kein wildes Partyleben (mehr) zu leben – obwohl ich es ohne Kind ja könnte – und dennoch strukturell Dir folgen … mal sehen, vielleicht kommen mir noch mehr Gedanken dazu, die ich dann fortführe… Debatte lebt ja von neuen und anderen Gesichtspunkten :-) Schreibt mir doch, wie Ihr das findet! Ich freue mich über Kommentare und E-Mails!

 

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